Unser Konzept

 


Qualitativ hochwertige Betreuung ist eine Grundvoraussetzung für gesunde Entwicklung. Gerade die Altersgruppe der 0-3-Jährigen braucht dabei noch intensivere Begleitung als Kindergartenkinder. So arbeiten wir insbesondere nach den Prinzipien von Dr. Emmi Pikler sowie Erkenntnissen Maria Montessoris, sofern es die Umsetzung in dieser Altersgruppe erlaubt. Vor allem Piklers hoch anerkannte pädagogische Konzepte betonen die Bedeutung beziehungsvoller Momente mit dem Kind, wie auch seine kognitive und motorische Entfaltung auf seinem Weg in die Selbstständigkeit.
Die Säulen unserer Arbeit bilden demnach die beziehungsvolle Pflege, eine vorbereitete Umgebung für freies Spiel sowie die Möglichkeit der freien Bewegungsentwicklung. Eine allgemeine Atmosphäre der Achtsamkeit und Wertschätzung im Sinne der gewaltfreien Kommunikation bilden das Fundament unserer Arbeit und permanenten Reflexion unseres Tuns.



Die Umsetzung unserer Leitwerte gelingt durch unsere achtsame Zuwendung zum Kind. Besonders großen Wert legen wir dabei auf Momente der beziehungsvollen Pflege, wenn wir uns beim Wickeln, für die Begleitung des Toilettengangs, des Fütterns und Essens sowie beim An- und Ausziehen besonders viel Zeit nehmen, um mit den Kindern intensiv und freudvoll in Beziehung zu treten. Zudem lassen wir die Kinder gerade in diesen besonderen Momenten erleben, dass sie sich von Anfang an aktiv einbringen können, anstatt Pflege passiv über sich ergehen lassen zu müssen. Durch diese Freude am Mittun bei der Versorgung ihres eigenen Körpers erfahren und begreifen sich die Kinder selbst als wertvoll und erwerben gerade dadurch immer größere Sicherheit und Selbstständigkeit. Dabei wird es uns möglich, den Kindern Momente der ungeteilten Aufmerksamkeit zu geben, aus denen heraus sie sich wieder emotional gesättigt ihrer Tätigkeit im Spiel zuwenden können.

Während des freien Spiels mit unterschiedlichen, offenen Materialien sind wir präsent, ohne aktiv ins Spiel einzugreifen. Wenn die Kinder unseren Kontakt suchen, begleiten wir (schwierige) Situationen, in denen wir sie beschreiben und den Kindern Worte für das geben, was gerade wichtig erscheint, noch nicht verbal ausgedrückt werden kann oder gerade achtsame Aufmerksamkeit braucht. Es ist uns dabei wichtig, vor allem bei Konflikten nicht zu bewerten, sondern jedes Kind so zu begleiten, sodass es sich in seinem Bedürfnis gehört und wahrgenommen erlebt.
Bei der Auswahl des angebotenen Materials achten wir sehr darauf, dass dieses viele Spielmöglichkeiten offen lässt, dass es zum kreativen Einsatz einlädt, den altersentsprechenden Bedürfnissen der Kinder gerecht wird und vielfältige Möglichkeiten der Erforschung bietet. So können sie sich beim Sammeln, Tragen, Schütten, Legen, Schichten und Stapeln in ihrem Tun beinahe uneingeschränkt entfalten. Zudem stehen vielfältige Materialien für Rollenspiele und zum Bauen zur Verfügung. In gemütlichen, weichen Bereichen laden Pölster und Bilderbücher zum individuellen Rasten und Verweilen ein, was von den Kindern gern zum Zurückziehen und Kuscheln genutzt wird.

Um eine freie Bewegungsentwicklung zu ermöglichen, leben wir eine Haltung, in der Kinder sich mit ihrem Körper auf vielfältige Weise erproben dürfen, ohne durch angeleitete Turn- und Bewegungsangebote dazu animiert zu werden. Jedes Kind darf sich auf bewährten Pikler-Elementen aus Holz bewegen, die unaufdringlich dazu einladen, sich daran zu versuchen. Es gilt hierbei mitunter kleine Herausforderungen und Hindernisse beim Krabbeln, Aufrichten, Klettern, Rutschen und Steigen zu meistern, ohne ernsthaft in Gefahr zu geraten. Wir gehen davon aus, dass Kinder selbst spüren, wann sie bereit für neue Hürden sind und diese auch sicher und selbstständig bewältigen können, wenn sie genügend Möglichkeiten erhalten haben, sich und ihren Körper kennenzulernen. Dann wissen sie auch um ihre Grenzen und gehen beim Ausprobieren neuer Bewegungen nur so weit, wie sie es sich selbst zutrauen, um letztlich Sicherheit und Geschmeidigkeit zu entwickeln.